Mannheim
Fünf Jahre Ultras
Dass die Zugehörigkeit zur Oberliga weder einen engagierten Fanclub noch die Qualität der Choreografien schwächt, demonstrierten beim Spiel gegen den FC Nöttingen die Ultras Mannheim. Grund war ein ganz besonderer Anlass: Der eigene fünfte Geburtstag Stadionwelt sprach mit Christian Vetter (22) von den Ultras Mannheim.
Stadionwelt: Fast hättet Ihr Euer fünfjähriges Jubiläum gar nicht erreicht. Was war los und warum habt ihr es dann doch noch geschafft?
Vetter: Im Sommer 2002 zeichnete sich ab, dass die Lizenz für den SV Waldhof Mannheim stark in Gefahr war. Die MVV wären eingesprungen, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass es zu einer Fusion mit dem ungeliebten Stadtrivalen VfR Mannheim kommt und die erste Mannschaft unter dem Namen SV Mannheim spielt. Das war aus Traditionsgründen und der für die Umbenennung gebotenen niedrigen Summen natürlich nicht annehmbar. Zu diesem neuen Verein hätten wir keine Bindung gehabt und da hätte es auch keinen Sinn gehabt in dieser Gruppierung weiterzumachen. Weil die Pläne, auch durch das entschlossene Contra der Fanszene, scheiterten, gibt es auch weiterhin die Ultras Mannheim.
Stadionwelt: Die Geburtstags-Choreo hatte einen sehr offiziellen Anschein, u.a. gab es ja auch eine Gratulation auf der Anzeigetafel. Gab es eine Erlaubnis, Pyro einzusetzen?
Vetter: Ja, in der Tat. Eine Pyro-Aktion dieses Ausmaßes musste vorher durch Stadt und Verein genehmigt werden, wobei man doch auf recht offene Ohren gestoßen ist. Rund 150 Bengalen haben wir hierfür eingekauft, über 100 wurden dann auch tatsächlich eingesetzt. Wobei die Pyro nur den Rahmen bildete für die Folie, auf der durch vier große Bilder das Leben der Ultras Mannheim symbolisiert wurde. Auf einem Bild waren Leute beim Arbeiten an einer Choreo zu sehen, auf einem anderen ein Mob der hinter einer UM-Fahne läuft, auf dem dritten Leute beim Feiern und das letzte Bild stand für den Support, symbolisiert durch einen Megafonmann.
Stadionwelt: Die Aktion nahm die komplette Gästetribüne ein. Musste da irgendjemand für das Ausrollen der Blockfahne „umquartiert“ werden?
Vetter: Nein, außer gegen Karlsruhe (A), Reutlingen und Ulm ist die diese Saison auch immer geschlossen, denn die Gästefans haben dieses Jahr einen Block auf der Gegentribüne. Es war sicher etwas außergewöhnlich eine Choreo nicht im Heimblock durchzuführen, aber diesmal sollte die Aktion auch ein Dankeschön für die gesamte Kurve sein und sie sollte auch in den Genuss kommen sie im Stadion zu sehen, und nicht wie sonst unter der Folie zu stehen. (Stadionwelt, 01.05.2004)




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